Neue Modelle und frühe Hardwarefehler, Teil 1: Geprüfte refurbished Geräte sind die sicherere und umweltfreundlichere Wahl

Ein neues Gerät kommt auf den Markt – wenige Wochen später räumt der Hersteller einen Fehler ein. Bei einem ausgereiften Modell ist die Lage anders: Tausende Menschen haben es bereits jahrelang genutzt. Du kannst nachvollziehen, welche Fehler aufgetreten sind und welche der Hersteller behoben hat. Bei einem gerade erschienenen Gerät fehlen diese Erfahrungen. Beim Kauf des ausgereiften Modells zahlst du möglicherweise weniger. Über die Jahre kann es dich trotzdem mehr kosten als ein Neugerät.

Die bisherigen Erfahrungen mit dem Modell ersetzen nicht die Prüfung des Geräts, das du kaufst. Bei refurbed bedeutet refurbished: Eine Fachkraft hat das Gerät erneut geprüft, gereinigt und wiederaufbereitet. Vor einem Fehler aus der Anfangszeit schützt dich dieses Gerät nur, wenn der Fehler bei ihm behoben wurde oder eine Fachkraft gezielt darauf testen kann und das Gerät den Test bestanden hat. Die Angabe „geprüft“ sagt nichts über einen Fehler aus, auf den gar nicht getestet wurde. Wenn du statt eines Neugeräts ein ausgereiftes Modell kaufst und es jahrelang nutzt, sparst du Fertigungsaufwand und CO₂.

Zwölf dokumentierte Fälle zeigen, welche Fehler kurz nach der Markteinführung auftreten, welche Folgen sie für Materialverbrauch, CO₂-Emissionen und Kosten haben und welche Prüfungen vor dem Kauf wichtig sind.

Frühe Hardwarefehler bei neuen Modellen, die bereits im Handel sind

Frühe Hardwarefehler haben unterschiedliche Ursachen – nicht jeder deutet auf eine überhastete Entwicklung hin. Ein Kunststoffbügel bekommt Risse, ein Kondensator ist falsch herum eingebaut oder ein Kühler oder ein Stromanschluss überhitzt. Bei einer Produktionscharge fehlen Rendering-Einheiten für die Grafikdarstellung; in einem anderen Fall fällt ein Kartenleser aus. Die zwölf dokumentierten Fälle zeigen alle diese Probleme. Alle zwölf betreffen serienmäßig gefertigte Geräte, die bereits verkauft und bei Kunden angekommen waren. Prototypen, Exemplare für Testberichte und Testgeräte gehören nicht dazu.

Tests vor der Markteinführung können nicht jeden seltenen Fehler aufdecken. Angenommen, eines von 10.000 Geräten ist betroffen, also 0,01 %. Wenn der Test den Fehler immer erkennt, liegt die Wahrscheinlichkeit, unter 10.000 zufällig ausgewählten Geräten mindestens ein betroffenes zu finden, bei rund 63 %. Bei 30.000 geprüften Geräten steigt sie auf etwa 95 %. Werden zehn Millionen Geräte ausgeliefert, sind trotzdem 1.000 davon betroffen. Das sind Rechenbeispiele, keine tatsächliche Fehlerquote eines Herstellers. Laut Apples Bericht zur Langlebigkeit von 2024 testet das Unternehmen jedes Jahr Zehntausende Geräteprototypen. Diese Angabe gilt für das gesamte Unternehmen. Eine Stichprobengröße für einzelne Modelle nennt der Bericht nicht.

Wie wichtig ein früher Hardwarefehler für dich beim Kauf ist, hängt von zwei Zeitspannen ab. Sie lassen sich leicht verwechseln.

Zeit seit der Markteinführung: Sie zeigt, wie ausgereift ein Modell ist. Je länger es verkauft wird, desto eher sind seine Fehler bekannt. Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Konstruktion oder Fertigung inzwischen geändert wurden. Wann eine Marke neue Modelle vorstellt, hängt von ihrem Veröffentlichungsrhythmus ab.

Nutzungsdauer des einzelnen Geräts: Sie zeigt, wie lange ein Exemplar verwendet wurde und wie viel Verschleiß dabei entstanden ist.

Ein Exemplar eines zwei Jahre alten Modells kann nahezu unbenutzt sein. Ein zurückgegebenes Exemplar eines erst kürzlich erschienenen Modells kann dagegen schon stark beansprucht sein. Ein Gerät eines ausgereiften Modells muss also nicht abgenutzt sein. Umgekehrt muss ein Fehler aus der Anfangszeit bei einem lange genutzten Exemplar nicht behoben worden sein.

Geräteausfälle nach der Markteinführung: zwölf dokumentierte Fälle und die Behebung der Fehler

Die zwölf Fälle sind gezielt ausgewählte Beispiele für öffentlich dokumentierte Probleme – keine repräsentative Stichprobe aller Elektronikgeräte. Wir geben wieder, was Hersteller oder Behörden zu den einzelnen Fehlern dokumentiert haben. Die Zeitangaben reichen von der Markteinführung bis zum ersten öffentlichen Hinweis. Wie schnell jedes betroffene Gerät ausfiel, lässt sich daraus nicht ablesen.

  • Linker Joy-Con der Nintendo Switch (März 2017): Funkstörungen führten dazu, dass der Controller die Verbindung verlor. Innerhalb von etwa drei Wochen sprach Nintendo von einer Abweichung in der Fertigung. Das Unternehmen passte den Controller an und korrigierte die Produktion. Prüfe bei einem gebrauchten Controller, ob die Korrektur vorgenommen wurde, und teste die Funkverbindung.
  • Microsoft Surface Laptop 3 (Oktober 2019): Spätestens im Februar 2020, rund vier Monate nach der Markteinführung, untersuchte Microsoft unerwartete Haarrisse im Display. Später nannte das Unternehmen harte Partikel als mögliche Ursache und bot Reparaturen für Geräte an, die dafür infrage kamen. Prüfe den Zustand des Displays und die Reparaturhistorie. Auch wenn ein Display einen Test besteht, kann ein verborgener Fehler später zu einem Riss führen.
  • Fitbit Sense (September 2020): Bei Geräten aus den ersten Lieferungen konnte ein Hardwarefehler uneindeutige EKG-Ergebnisse verursachen. Fitbit bestätigte den Fehler im Dezember, etwa zehn Wochen nach der Markteinführung, bot Ersatz an und erklärte, künftige Lieferungen seien nicht betroffen. Prüfe, ob das Gerät ausgetauscht wurde, und teste die EKG-Funktion.
  • Quest 2 Elite Strap und die Version mit Akku (Oktober 2020): An den seitlichen Kunststoffbügeln traten in den ersten Wochen Risse auf, teils brachen sie ganz. Die Auslieferung wurde unterbrochen. Facebook, heute Meta, führte die Schäden bei betroffenen frühen Exemplaren später auf Abweichungen in der Fertigung zurück und verlängerte die Austauschmöglichkeit. Prüfe, ob der Bügel aus der korrigierten Produktion stammt, und untersuche den Kunststoff an den beanspruchten Stellen. Von außen lässt sich nicht beurteilen, wie lange der Bügel bei wiederholter Belastung noch hält.
  • Lüfter-Hub des Fractal-Torrent-PC-Gehäuses (August 2021): Innerhalb von etwa zwei Wochen wurden mögliche elektrische Defekte bekannt. Fractal stoppte den Verkauf und überarbeitete den Hub. Die Supportseite nennt V1.1 als korrigierte Version. Prüfe, welche Version des Hubs eingebaut ist: Auch in einem sonst einwandfreien gebrauchten Gehäuse kann noch die ursprüngliche Version stecken.
  • ASUS-ROG-Maximus-Z690-Hero-Mainboard (Ende 2021): In einigen Produktionschargen waren Kondensatoren verkehrt herum eingebaut. Die Folge waren Startprobleme oder Schäden. ASUS bestätigte den Fehler im Dezember und kündigte ein Austauschverfahren an. Später erklärte das Unternehmen, korrigierte Ware sei nicht betroffen. Prüfe anhand der Seriennummer, ob das Board betroffen war. Falls ja, lass dir den Austausch nachweisen.
  • Nvidia-GeForce-RTX-4090-Grafikkarte (Oktober 2022): Stromanschlüsse überhitzten oder schmolzen. Etwa fünf Wochen nach der Markteinführung erklärte Nvidia, häufig einen nicht vollständig eingesteckten Stromstecker festgestellt zu haben. Das Unternehmen bot eine beschleunigte Rückgabe an. Prüfe den Zustand des Anschlusses, die Verkabelung und die Reparaturhistorie. Die beschleunigte Rückgabe garantiert nicht, dass eine refurbished Grafikkarte frei von diesem Fehler ist.
  • AMD-Radeon-RX-7900-XTX-Referenzkarte (Dezember 2022): In einer offiziellen Erklärung vom Januar 2023, etwa drei Wochen nach der Markteinführung, bestätigte AMD Überhitzung und Leistungsdrosselung im Zusammenhang mit der Kühlung. Ein Verantwortlicher aus AMDs Grafiksparte bestätigte später den Austausch betroffener Karten. Prüfe, ob ein korrigierter oder nicht betroffener Kühler eingebaut ist. Teste außerdem die konkrete Karte über längere Zeit unter thermischer Last.
  • Nikon-Z8-Kamera (Mai 2023): Wegen Problemen mit der Objektivverriegelung veröffentlichte Nikon im Juni einen Servicehinweis, wegen Problemen mit den Ösen für den Trageriemen im August einen zweiten. Für Kameras mit betroffenen Seriennummern bot Nikon Reparaturen an. Gleiche die Seriennummer mit beiden Hinweisen ab und lass dir die Reparaturen belegen. Ein allgemeiner Vermerk, die Kamera sei geprüft worden, reicht nicht.
  • ASUS ROG Ally (Juni 2023): ASUS bestätigte im Juli, etwa vier Wochen nach der Markteinführung, Störungen des MicroSD-Kartenlesers. Das Unternehmen bot Reparaturen an und kündigte Änderungen an der Lüfterdrehzahl an. Teste den Kartenleser und prüfe die Reparaturhistorie. Die öffentliche Erklärung von ASUS zum Einfluss von Wärme belegt nicht, dass ein einzelnes Softwareupdate den Fehler bei allen betroffenen Geräten behoben hat.
  • Bambu-Lab-A1-3D-Drucker (Dezember 2023): Probleme mit dem Kabel des beheizten Druckbetts führten im Januar 2024, rund sechs Wochen nach der Markteinführung, zu einem Hinweis. Bambu Lab weitete den Rückruf aus und bot eine Erstattung oder eine Ersatzbaugruppe an. Lass dir Unterlagen zeigen, die belegen, dass das Problem mit Kabel und Druckbett behoben wurde. Ein kurzer, erfolgreicher Probedruck reicht als Nachweis nicht aus.
  • Nvidia GeForce RTX 5090 und RTX 5070 Ti (Januar und Februar 2025): Einige Karten wurden mit weniger Rendering-Einheiten als angegeben ausgeliefert. Innerhalb des ersten Monats wurde über das Problem berichtet. Nvidia bestätigte eine Abweichung in der Produktion und erklärte, für betroffene Karten sei ein Austausch möglich. Prüfe die Zahl der Rendering-Einheiten anhand von Nvidias Diagnoseanleitung. Ein Test, der nur prüft, ob die Karte startet und ein Bild ausgibt, würde den Fehler übersehen.

Manche Korrekturen lassen sich in wenigen Minuten überprüfen. Du kannst die Version eines Lüfter-Hubs ablesen oder die Zahl der Rendering-Einheiten mit den technischen Daten vergleichen. Andere Probleme lassen sich schwerer beurteilen: Eine kurze Sichtprüfung zeigt nicht zuverlässig, wie häufig und wie stark ein Displayaufbau, ein Kunststoffbügel oder ein faltbares Display bereits beansprucht wurden.

Wichtiger als die Produktart oder die Beschreibung des Händlers ist, ob sich die Behebung des Fehlers am konkreten Exemplar nachweisen lässt.

Refurbished Nintendo-Switch-Konsole

Warum der Austausch eines kleinen Bauteils teuer wird

Ein Kabel im fertigen Produkt kostet wenig – der Austausch ist aufwendiger: Das Produkt muss geprüft und geöffnet werden. Danach setzt jemand eine neue Baugruppe ein, schließt es wieder und testet es erneut. Die Materialkosten für das Kabel machen nur einen Teil der Rechnung aus.

Ein Fehler, der bereits bei der Markteinführung besteht, verursacht weit mehr als Ersatzteilkosten. Das Produkt muss geöffnet, repariert, kalibriert und geprüft werden. Die Logistikkosten umfassen Abholung, Verpackung, Transport und Lagerung bei der Rücksendung sowie den erneuten Versand an den Kunden. Ingenieure brauchen Zeit, um die Ursache zu finden und einen Zulieferer oder ein Fertigungswerkzeug zu wechseln. Ein Teil des Materials lässt sich nicht sicher wiederverwenden. Auch Kundenservice und Entschädigungen kosten Geld; während eines Verkaufsstopps entgehen dem Unternehmen zudem Margen. Für jedes neue Bauteil müssen weitere Rohstoffe gewonnen und verarbeitet werden.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Die Beträge in US-Dollar sind Annahmen; sie stammen nicht aus den Büchern eines Unternehmens. Bei einer kleinen Hardware-Reparatur fallen 3 US-Dollar für Teile, 17,50 US-Dollar für Service und Prüfung sowie 25 US-Dollar für Logistik an. Zusammen sind das 45,50 US-Dollar pro Gerät. Auf die Teile entfallen davon nur rund 7 %. Wenn die Kosten je Gerät zwischen 26 und 65 US-Dollar liegen, ergeben sich bei 10.000 Geräten etwa 0,26 bis 0,65 Millionen US-Dollar – Entwicklungskosten und Entschädigungen nicht eingerechnet.

Unter denselben Annahmen kostet der Austausch eines Moduls, eines komplexen Boards oder eines ganzen Geräts etwa 65 bis 1.010 US-Dollar je Gerät. Wie viel sich vom ursprünglichen Produkt weiterverwenden lässt, hängt davon ab, wie gut das defekte Teil zugänglich und reparierbar ist und wie groß die auszutauschende Baugruppe ist.

Zum Vergleich: Counterpoint Research schätzte 2023 anhand einer Zerlegung die Bauteilkosten eines iPhone 14 Pro Max mit 128 GB auf etwa 464 US-Dollar. Die unabhängige Schätzung berücksichtigt weder Montage noch Versand, Entwicklung oder Gewinn. Über Reparaturkosten sagt sie nichts aus.

Drei öffentlich dokumentierte Fälle in Zahlen

Öffentliche Mitteilungen und Geschäftsberichte liefern einige belastbare Zahlen zu drei Fällen. Zwei davon betreffen zuvor genannte Fehler, der dritte die GoPro-Karma-Drohne. Jede dieser Zahlen hat jedoch ihre Grenzen.

Bambu-Lab-A1-Drucker: Eine Mitteilung der US-Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission vom Juni 2024 erfasste rund 12.800 Drucker, die in den USA für 400 bis 560 US-Dollar verkauft wurden. Besitzer konnten zwischen einer Erstattung und dem Austausch des beheizten Druckbetts samt Kabel wählen. Laut Hersteller wiegt ein Drucker 8,3 kg. Damit kommen die erfassten Geräte zusammen auf etwa 106 Tonnen. Die Drucker waren reparaturbedürftig. Ihr Gesamtgewicht ist jedoch keine Abfallmenge. Hätten alle Besitzer zu den genannten Preisen eine Erstattung gewählt, hätten sich die Erstattungen auf insgesamt 5,12 bis 7,17 Millionen US-Dollar belaufen. Das ist ein hypothetischer Extremfall, keine Angabe zu den tatsächlichen Ausgaben.

ASUS-ROG-Maximus-Z690-Hero-Mainboards: Die veröffentlichte Rückrufmitteilung betraf etwa 10.000 Boards, deren angegebener Preis bei rund 600 US-Dollar pro Stück lag. Laut Mitteilung konnte ein verkehrt herum eingebauter Kondensator Überhitzung verursachen oder Bauteile zum Schmelzen bringen. Zum angegebenen Preis hätten die Boards im Handel einen Wert von etwa 6 Millionen US-Dollar. Diese Summe entspricht weder den Herstellungskosten noch den Kosten des Rückrufs.

GoPro-Karma-Drohne: Im Geschäftsbericht für 2017 gab GoPro an, dass Aufwendungen für Lagerbestände und Bestellungen im Zusammenhang mit Karma und Zubehör die Bruttomarge um 180 Basispunkte, also 1,8 Prozentpunkte, senkten. Bei einem Umsatz von rund 1,18 Milliarden US-Dollar entspricht das einem entgangenen Bruttogewinn von ungefähr 21 Millionen US-Dollar. Die Zahl verdeutlicht die finanzielle Größenordnung des Karma-Produktprogramms. Sie beziffert weder die Kosten des Rückrufs vom November 2016 noch die insgesamt ausgezahlten Erstattungen oder die Menge zerstörten Materials.

Für alle zwölf Fälle zusammen gibt es keinen öffentlichen Datensatz, der die endgültigen Kosten, den Verbleib des Materials und die Zahl abgeschlossener Rückgaben dokumentiert. Produktpreise oder Stückzahlen einfach zu addieren, würde eine Genauigkeit vortäuschen, die die verfügbaren Daten nicht hergeben.

Aussortiert vor dem Verkauf: Produktionsausbeute und Abfall

Manche Fehler verursachen Abfall, bevor ein Gerät überhaupt bei Kunden ankommt. Hersteller erfassen mit der Produktionsausbeute, welcher Anteil der Geräte einzelne Fertigungsschritte besteht. Die Ausbeute beim ersten Durchlauf zählt nur Exemplare, die einen Schritt ohne Nacharbeit bestehen. Nach erfolgreicher Nacharbeit kann die endgültige Ausbeute höher liegen. Keine der beiden Zahlen ist eine Ausfallquote nach dem Verkauf.

Eine einfache Rechnung zeigt, was die Ausbeute ausmacht. Angenommen, jeder Fertigungsversuch kostet 500 US-Dollar, nicht erfolgreiche Exemplare haben keinen Restwert und das Ziel sind 100.000 einwandfreie Geräte. Bei 98 % endgültiger Ausbeute sind dafür etwa 102.041 Versuche nötig. Pro einwandfreiem Gerät entstehen Kosten von 510,20 US-Dollar, insgesamt also rund 1,02 Millionen US-Dollar zusätzliche Kosten. Bei 95 % sind es 526,32 US-Dollar pro Gerät und insgesamt 2,63 Millionen US-Dollar zusätzlich. Bei 90 % steigen die Werte auf 555,56 US-Dollar pro Gerät und 5,56 Millionen US-Dollar zusätzlich. Das sind mathematische Szenarien, keine gemessenen Ausbeuten der hier genannten Produkte.

Über mehrere aufeinanderfolgende Fertigungsschritte sinkt der Anteil der Exemplare, die ganz ohne Nacharbeit durchkommen. Bestehen bei jedem von vier Schritten jeweils 98 % der Geräte, schaffen es insgesamt etwa 92,2 % ohne Nacharbeit. Für die übrigen 7,8 % muss entschieden werden, ob sie nachgebessert oder aussortiert werden; sie sind nicht automatisch Abfall. Eine strenge Endkontrolle erhöht zudem die erfasste Zahl abgelehnter Geräte, während sie zugleich die Qualität der ausgelieferten Geräte verbessert. Eine hohe Ausschusszahl allein sagt nichts über spätere Ausfälle bei Kunden aus.

Geschäftsberichte beziffern Kosten, keine Kilogramm. Intel berichtete im Geschäftsbericht für 2025, dass seine Wertberichtigungen auf Lagerbestände um 878 Millionen US-Dollar höher ausfielen als 2024. Hauptgrund waren Belastungen im Zusammenhang mit Produkten aus der frühen Hochlaufphase des Intel-18A-Fertigungsverfahrens. Die frühe Produktion kann Hersteller mehr kosten, als sie mit den daraus hervorgehenden Produkten einnehmen. Aus der Zahl geht jedoch nicht hervor, wie viel Material entsorgt wurde.

Für die Wiederaufbereitung gilt dieselbe Rechnung: Aus 1.000 zurückgegebenen Geräten werden nicht automatisch 1.000 verkaufsfähige.

Wie frühe Hardwarefehler die Umwelt belasten

Der größte Teil des CO₂-Fußabdrucks eines Smartphones entsteht, bevor du es einschaltest. Apple schätzt im Produktumweltbericht von 2024 den CO₂-Fußabdruck eines iPhone 16 mit 128 GB über seinen Lebenszyklus auf 56 kg CO₂e. Etwa 80 % davon entfallen auf die Herstellung. Die rund 45 kg CO₂e entfallen auf die Herstellung einer modellierten Ausführung – sie sind weder die Bilanz eines refurbished Smartphones noch ein Wert für jedes Smartphone.

Gewicht und Umweltwirkung lassen sich nicht gleichsetzen. Laut einer Smartphone-Ökobilanz unter Leitung der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission entfielen im untersuchten Modell etwa 75 % der den Materialien zugerechneten Klimawirkung auf Leiterplatten, Displaybaugruppen und Chips. Der Anteil bezieht sich auf die Klimawirkung, nicht auf das Gewicht.

Wichtiger als das Gewicht der Ersatzteile ist bei einer Reparatur, wie viel vom Produkt erhalten bleibt. Beim vollständigen Ersatz fällt der Herstellungsaufwand für das ganze Produkt erneut an. Ist dagegen ein einzelnes Bauteil zugänglich und austauschbar, kann der Rest weiterverwendet werden – auch wenn das ausgebaute Teil später recycelt wird. Ein Beispiel sind die 12.800 zurückgerufenen Drucker: Müssten 60 % davon, also 7.680 Geräte, repariert werden, wären bei 1 kg pro Ersatzbaugruppe rund 7,7 Tonnen neue Baugruppen nötig. Für den vollständigen Ersatz derselben Drucker wären dagegen etwa 63,7 Tonnen neue Geräte nötig. Beide Zahlen beruhen auf Annahmen. Die Differenz von rund 56 Tonnen zeigt, wie viel weniger neue Hardware nötig wäre, wenn der Rest der Drucker erhalten bliebe. Sie ist kein Maß für CO₂-Emissionen.

Die Wiederaufbereitung macht den Ressourcenverbrauch für ein fehlerhaft auf den Markt gebrachtes Produkt nicht rückgängig. Sie bringt das verbliebene Gerät aber wieder in Gebrauch. Verhindert es später zusätzlich einen Neukauf, ist das ein weiterer, eigenständiger Vorteil.

Fehler kurz nach der Markteinführung sind nur ein Teil des Elektroschrottproblems. Laut dem Global E-waste Monitor 2024 fielen 2022 weltweit 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Für 22,3 % davon ist dokumentiert, dass sie offiziell gesammelt und recycelt wurden. Wie viel davon auf Fehler kurz nach der Markteinführung zurückgeht, steht nicht im Bericht. Beim Recycling wird ein Teil der Rohstoffe zurückgewonnen. Wer ein Gerät weiterverwendet, nutzt auch die Leiterplatte weiter, in deren Herstellung bereits Aufwand geflossen ist. Mehr dazu liest du in unseren Artikeln über Europas Lücke beim Elektroschrott-Recycling und darüber, wo entlang der Lieferkette eines Smartphones Emissionen entstehen.

Refurbished iPhone 16

Kann dich ein geprüftes refurbished Gerät vor frühen Hardwarefehlern schützen?

Ein geprüftes refurbished Gerät kann dich auf vier Arten vor frühen Hardwarefehlern schützen. Der Schutz ist unterschiedlich stark; nur die ersten beiden setzen gezielt bei einem bestimmten Fehler an.

Eine dokumentierte Korrektur: Beim konkreten Gerät wurde das Board, Kabel oder Gehäuse durch eine überarbeitete Version ersetzt oder eine andere Korrektur vorgenommen. Das bietet den stärksten Schutz, sofern die Korrektur wirksam ist.

Ein Test auf den bekannten Fehler: Ein gezielter Test deckt den Defekt auf; das Gerät geht dann zur Reparatur. Nvidia empfiehlt, die Zahl der Rendering-Einheiten auszulesen und mit den technischen Daten zu vergleichen. So lässt sich direkt feststellen, ob Einheiten fehlen.

Ein ausgereiftes Modell: Bei einem ausgereiften Modell sind Mitteilungen zu bekannten Problemen und Servicehinweise öffentlich zugänglich. Mitunter lässt sich auch belegen, dass die Produktion korrigiert wurde. Neue Exemplare desselben ausgereiften Modells haben diesen Vorteil ebenfalls. Das ursprüngliche Galaxy Fold von Samsung zeigt, warum es sich lohnen kann, auf eine nachweislich überarbeitete Version zu warten: Die Fehler vom April 2019 betrafen Testgeräte, bevor das Modell in den Handel kam. Samsung änderte für die überarbeitete Version den Displayschutz und die Konstruktion im Scharnierbereich. Diese frühen Fehler sagen nichts darüber aus, wie häufig faltbare Geräte später ausfallen.

Vorherige Nutzung, bei der frühe Defekte auffallen: Manche frühen Defekte zeigen sich bereits bei der ersten Nutzung. Geräte, die danach weiter funktionieren, weisen allerdings auch Verschleiß auf, und ihre Vorgeschichte ist unbekannt. Das Zuverlässigkeitshandbuch des NIST beschreibt mit der sogenannten Badewannenkurve frühe Ausfälle, eine Phase normaler Nutzung und späteren Verschleiß. Die Kurve hilft zu verstehen, warum eine solche Vorauswahl funktionieren kann. Sie beweist aber weder, dass jedes Produkt diesem Verlauf folgt, noch zeigt sie, in welcher Phase sich ein einzelnes Gerät befindet.

Insgesamt kann das Risiko für einen bestimmten bekannten Fehler aus der Anfangszeit bei einem korrigierten, passend geprüften Exemplar geringer sein als bei einem nicht korrigierten. Das heißt nicht, dass sein allgemeines Ausfallrisiko geringer ist als bei einem vergleichbaren Neugerät, das ebenfalls korrigiert wurde. Keine Studie zeigt außerdem, dass refurbished Geräte in jedem Fall zuverlässiger sind. Die Hersteller nennen für ihre zertifizierten Programme für refurbished Geräte Funktionstests, bei Bedarf Originalteile und eine begrenzte Garantie. Das sind Zusagen, keine gemessenen Ausfallquoten.

Warum die Angabe „geprüft“ allein nicht ausreicht

Ein bestandener Test ist hilfreich – wie viel er aussagt, hängt davon ab, worauf geprüft wurde. Angenommen, 5 % der eingehenden Geräte haben einen bestimmten Fehler und die Prüfung sortiert nie ein fehlerfreies Gerät aus. Erkennt sie keines der defekten Geräte, sind auch unter den Geräten, die die Prüfung bestehen, noch 5,00 % betroffen. Findet sie die Hälfte, sind es 2,56 %. Bei einer Erkennungsrate von 90 % sinkt der Anteil auf 0,52 %, bei 99 % auf 0,053 %. Die Zahlen dienen der Veranschaulichung; es sind keine bei refurbished Geräten gemessenen Fehlerquoten. Sie gelten für diesen einen Fehler unmittelbar nach der Prüfung, nicht für alle möglichen späteren Ausfälle.

Die Angabe „vollständig geprüft“ ist für einen bestimmten Fehler also nur dann aussagekräftig, wenn der Test ihn auch erkennen kann. Ein Displaytest kann tote Pixel finden. Ob das Display jahrelang ohne Risse bleibt, sagt er dir nicht. Ein Einschalttest bestätigt weder die angegebene Zahl der Rendering-Einheiten noch, ob das Speicherlaufwerk unter Dauerlast stabil arbeitet oder ein internes sicherheitsrelevantes Kabel in gutem Zustand ist.

Auch ein bestandener Test hat Grenzen, selbst wenn er gut durchdacht ist. Hazelwood und Pecht weisen in einer 2021 in IEEE Access veröffentlichten Arbeit darauf hin: Die bisherige Nutzung eines Geräts kann unbekannt sein, seine Bauteile können bereits belastet sein, und Prüfungen, die nur zwischen „bestanden“ und „nicht bestanden“ unterscheiden, erfassen bei der Wiederaufbereitung nicht alles. Ein Akkutausch ändert nichts am Alter von Lötstellen, Anschlüssen, Display und Chips. Auch bei Reparaturen lohnt sich die Nachfrage: Wurden die richtigen Teile verwendet und fachgerecht eingebaut? Wurde das Gerät kalibriert, abgedichtet und abschließend geprüft?

Die Einstufung nach dem äußeren Zustand beantwortet diese Fragen nicht. Sie beschreibt das Aussehen, nicht, ob eine Rückrufmaßnahme abgeschlossen wurde oder wie stark Bauteile im Inneren verschlissen sind. Was die einzelnen Einstufungen abdecken, erfährst du bei den Produktzuständen.

Bei einem sicherheitsrelevanten Fehler ist ein Nachweis über die abgeschlossene Korrektur unerlässlich. Ein gewöhnlicher Funktionstest ersetzt ihn nicht. Solange bei einem zurückgegebenen Produkt die Rückrufmaßnahme noch aussteht, gehört es in das Korrekturverfahren und nicht in den Verkauf.

Was Studien über den CO₂-Fußabdruck von refurbished Geräten sagen

Vier Studien liefern den Großteil der hier angeführten Belege. Jede hat ihre Grenzen.

ADEME: Die französische Umweltagentur verglich refurbished Produkte mit entsprechenden Neugeräten und berechnete ihre Umweltwirkungen pro Nutzungsjahr. Für refurbished Smartphones ergaben sich 64 bis 87 % geringere Umweltwirkungen, für Tablets 46 bis 80 % und für Laptops sowie Desktopcomputer 43 bis 97 %. Die Spannen beziehen sich auf verschiedene Umweltwirkungen und Modellannahmen; ionisierende Strahlung ist ausgenommen. Sie beziffern keine überall gültige Verringerung des CO₂-Fußabdrucks. In einer Kurzstudie von 2022 schätzt ADEME außerdem die Einsparungen für jedes Jahr, in dem ein refurbished Gerät genutzt wird. Für ein Smartphone nennt sie etwa 76,9 kg weniger gewonnene Rohstoffe und eine um etwa 24,6 kg CO₂e geringere Klimawirkung. Bei einem Tablet sind es etwa 80 kg weniger gewonnene Rohstoffe und eine um rund 20 kg CO₂e geringere Klimawirkung. Für einen Laptop nennt sie etwa 127 kg weniger gewonnene Rohstoffe und eine um rund 27 kg CO₂e geringere Klimawirkung. Das sind modellierte Einsparungen aus den Phasen vor der Nutzung, keine Messungen des Gerätegewichts.

Fraunhofer Austria: Eine Studie von 2023 modellierte im Auftrag von refurbed für ein neues iPhone 11 einen CO₂-Fußabdruck von rund 72 kg, für ein refurbished Exemplar etwa 15,7 kg – ungefähr 78 % weniger. Das Ergebnis beruht auf einem Modell, nicht auf der Prüfung eines konkreten Angebots oder Kaufs.

Die Gemeinsame Forschungsstelle: Nach einer Ökobilanz unter Leitung der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission sinkt der CO₂-Fußabdruck eines Smartphones um 23 bis 30 %, wenn es drei statt zwei Jahre genutzt wird. Das gilt für die modellierten europäischen Szenarien. Am größten war der Vorteil, wenn jedes weiterverwendete Gerät ein Neugerät ersetzte.

Eine Studie vom Januar 2026 in Communications Earth & Environment: Anhand von US-Umfragedaten schätzte die Studie, dass der Verkauf eines gebrauchten Smartphones im Durchschnitt 0,40 Verkäufe neuer Geräte ersetzte. Für Kauf- und Nutzungsweisen, bei denen Smartphones länger in Gebrauch bleiben, berechnete sie zudem einen um 34 % niedrigeren jährlichen CO₂-Fußabdruck. Kürzere Nutzungszeiten machten fast die Hälfte des möglichen Vorteils zunichte. Die Schätzungen beziehen sich auf gebrauchte Smartphones in den USA und gelten nicht weltweit.

Eine 2026 im Journal of Remanufacturing veröffentlichte Auswertung von fünfzehn Studien stellte erhebliche Umweltvorteile fest. Die Studien erfassten allerdings nicht alle dieselben Phasen im Lebenszyklus eines Geräts; sieben berücksichtigten die Auswirkungen der Nutzung nicht. Wie refurbed selbst vorgeht, erklären wir auf unserer Nachhaltigkeitsseite.

Wann der Umweltvorteil kleiner wird

Der Kauf eines refurbished Geräts vermeidet Herstellungsaufwand für Neugeräte nur, wenn er einen Neukauf ersetzt. Manche Käufer hätten sonst kein neues Gerät gekauft. Im Durchschnitt ersetzt ein solcher Kauf deshalb weniger als einen Neukauf. Nehmen wir runde Zahlen: Herstellung und Lieferung eines Neugeräts verursachen 100 kg CO₂e, die Wiederaufbereitung 10 kg CO₂e. Während der Nutzung ist die Umweltbelastung beider Geräte gleich. Ersetzt ein refurbished Gerät einen Neukauf, werden 90 kg CO₂e vermieden. Ersetzt der Kauf im Durchschnitt die Hälfte eines Neukaufs, sind es 40 kg CO₂e. Bei einer durchschnittlichen Ersatzquote von 0,4 sind es 30 kg CO₂e; bei 0,2 noch 10 kg CO₂e und bei 0,1 keine Einsparung mehr. Wird gar kein Neukauf ersetzt, entstehen 10 kg CO₂e zusätzlich.

Die Ersatzquote von 0,4 stammt aus einer US-Schätzung von 2026 für gebrauchte Smartphones. Im Rechenbeispiel ist sie nur ein möglicher Wert, keine allgemeine Regel für alle Produkte.

Die Nutzungsdauer kann die Rechnung ebenso stark beeinflussen wie die Frage, ob ein Neukauf ersetzt wird. Ein Neugerät mit insgesamt 100 Einheiten Umweltbelastung über vier Nutzungsjahre kommt auf 25 Einheiten pro Jahr. Bei einem refurbished Gerät mit insgesamt 20 Einheiten sind es über drei Jahre etwa 6,7 Einheiten pro Jahr, über ein Jahr 20 Einheiten pro Jahr und über sechs Monate 40 Einheiten pro Jahr. Damit die jährliche Umweltbelastung des refurbished Geräts unter den 25 Einheiten des Neugeräts liegt, muss es länger als rund 0,8 Jahre genutzt werden. Unterschiede bei der Umweltbelastung durch die Nutzung der beiden Geräte bleiben dabei unberücksichtigt.

ADEME warnt in ihrer Kurzstudie: Ein refurbished Laptop kann die Umwelt stärker belasten als ein Neugerät, das fünf Jahre genutzt wird. Das ist möglich, wenn bei der Wiederaufbereitung Display, Arbeitsspeicher und Speicherlaufwerk in großem Umfang durch neue Teile ersetzt werden, sich die Nutzungsdauer dadurch aber nur geringfügig verlängert.

Bei Geräten mit hohem Strombedarf zählt auch, wie viel Strom sie im Betrieb verbrauchen. Bei einem Computer, einer Grafikkarte oder einem Drucker mit 40 W zusätzlicher Leistungsaufnahme kommen über 3.000 Stunden 120 kWh Strom hinzu. Bei 0,05 kg CO₂e pro kWh verursacht das 6 kg CO₂e zusätzlich; bei 0,40 kg CO₂e pro kWh sind es 48 kg CO₂e und bei 0,80 kg CO₂e pro kWh 96 kg CO₂e. Die CO₂-Emissionen aus Strom unterscheiden sich je nach Land. Die Beispiele setzen deshalb keinen bestimmten Standort voraus.

In zwei weiteren Situationen kann der Vorteil verschwinden. Wer wegen des günstigen Preises ein refurbished Gerät als Ersatzgerät kauft, verursacht zusätzliche Umweltbelastung, verhindert damit aber kaum die Herstellung eines neuen Geräts. Ein Gerät, das in der Schublade liegt, wird gar nicht genutzt. Erfüllt dein vorhandenes Gerät noch seinen Zweck, ist die weitere Nutzung die umweltschonendste Wahl. Am größten ist der Umweltvorteil, wenn ein refurbished Gerät einen Neukauf ersetzt und jahrelang genutzt wird.

Refurbished oder neu: Die Gesamtkosten zählen, nicht nur der Kaufpreis

Vergleiche ein refurbished Gerät mit einem aktuell erhältlichen Neugerät, das denselben Zweck erfüllt. Für den Vergleich nimm die heutigen Preise, nicht den Preis des Neugeräts bei Markteinführung. Zu den Gesamtkosten gehören neben dem Kaufpreis Ausgaben für Akku, Teile, Reparaturen und Strom. Rechne Kosten durch Ausfallzeiten und den Aufwand hinzu, Probleme zu lösen. Was du beim späteren Verkauf erhältst, ziehst du ab.

Wir rechnen mit runden Zahlen über vier Jahre. Das vergleichbare Neugerät kostet beim Kauf 100 Einheiten.

Neugerät: Der Kauf kostet 100 Einheiten, Reparaturen 3 und Ausfallzeiten 2. Beim späteren Verkauf erhältst du 20. Insgesamt kostet dich das Gerät damit 85 Einheiten.

Gutes Angebot für ein refurbished Gerät: Du zahlst 60 für den Kauf, 5 für einen Akku oder andere Teile und 5 für Reparaturen. Ausfallzeiten kosten 3. Beim späteren Verkauf erhältst du 10. Die Gesamtkosten liegen bei 63 Einheiten – etwa 26 % weniger als beim Neugerät.

Mittleres Beispiel: Zum Kaufpreis von 70 kommen 8 für einen Akku oder andere Teile und 5 für Reparaturen hinzu. Ausfallzeiten kosten 3, beim späteren Verkauf erhältst du 10. Das ergibt Gesamtkosten von 76 Einheiten – etwa 11 % weniger als beim Neugerät.

Weniger günstiges Angebot: Der Kaufpreis liegt bei 85 Einheiten. Für einen Akku oder andere Teile zahlst du 8, für Reparaturen 7. Ausfallzeiten kosten 4; beim späteren Verkauf erhältst du 10. Damit liegen die Gesamtkosten bei 94 Einheiten – etwa 11 % über denen des Neugeräts.

Ein Gerät, das beim Kauf 30 % weniger kostet, kann dich insgesamt nur rund 11 % weniger kosten. Bei einem kleineren Preisunterschied kann die Ersparnis ganz verschwinden. Die Zahlen sind Beispiele und beruhen nicht auf beobachteten Rabatten, Reparaturquoten oder Wiederverkaufswerten.

Statt dich an einem festen Rabatt zu orientieren, rechne aus, wie viel das refurbished Gerät höchstens kosten darf. Im mittleren Beispiel sind 8 Einheiten für einen Akku oder andere Teile, 5 für Reparaturen und 3 für Ausfallzeiten vorgesehen. Ziehst du die 10 aus dem späteren Verkauf ab, bleiben neben dem Kaufpreis 6 Einheiten Kosten. Damit es nicht mehr kostet als das Neugerät, darfst du höchstens 85 minus 6, also 79 Einheiten, dafür zahlen. Bei einem Kaufpreis von 70 sparst du 9 Einheiten. Steigen die Kosten für Strom, Reparaturen oder Ausfallzeiten um weitere 10 Einheiten, sinkt diese Preisgrenze auf 69 Einheiten. Hält das refurbished Gerät nur drei statt vier Jahre, entsprechen seine Gesamtkosten von 76 Einheiten rund 25,3 Einheiten pro Jahr. Beim Neugerät sind es 85 Einheiten über vier Jahre, also etwa 21,3 Einheiten pro Jahr.

Tatsächliche Reparaturpreise zeigen, wie schnell ein Preisvorteil verschwinden kann. Eine Folgenabschätzung der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2023 untersuchte anhand einer Stichprobe die Smartphone-Reparaturpreise der Originalhersteller. Demnach kostete ein Akkutausch etwa 14 % des durchschnittlichen Neupreises eines Smartphones, ein Displaytausch etwa 42 %. Sparst du beim Kauf 30 % und bezahlst einen Akkutausch selbst, bleiben rund 16 % Ersparnis gegenüber dem Neupreis. Bezahlst du stattdessen einen Displaytausch, liegen deine Ausgaben etwa 12 % über dem Neupreis. Wiederverkaufswert, Absicherung und Betriebskosten sind dabei nicht berücksichtigt.

Eine Garantie verpflichtet den Händler, bei bestimmten Problemen Kosten zu übernehmen. An der Wahrscheinlichkeit eines Hardwareausfalls ändert sie nichts. Wie lange du das Gerät nutzen kannst, hängt dagegen auch davon ab, ob der Akku austauschbar ist, Ersatzteile verfügbar sind und wie lange die Software unterstützt wird.

Was bei einem geprüften refurbished Gerät nachgewiesen sein muss

Für eine fundierte Kaufentscheidung reichen ein gepflegtes Äußeres und eine funktionierende Einschalttaste nicht. Die folgenden Punkte sind ein Vorschlag für die Beurteilung – keine Checkliste, die bei jeder Zertifizierung verwendet wird. Ein Händler sollte dir diese Angaben machen können.

  • Identität und Herkunft: Der Händler sollte das genaue Modell und die maßgebliche Hardwareversion nennen sowie eine Seriennummer angeben, über die sich das Gerät zurückverfolgen lässt. Außerdem sollte er bestätigen, dass es rechtmäßig weitergegeben werden kann.
  • Prüfung bekannter Fehler: Der Händler sollte prüfen, welche Rückrufe und Servicehinweise für das Gerät gelten, und dokumentieren, dass alle erforderlichen Korrekturen abgeschlossen sind.
  • Dokumentierte Funktionstests: Aus den Unterlagen sollte hervorgehen, welche Funktionen wann geprüft wurden und welches Ergebnis jeder Test hatte.
  • Gezielte Prüfung des Modellfehlers: Der Händler sollte den Test oder die Servicemaßnahme für den bekannten Modellfehler nachweisen – eine allgemeine Checkliste genügt nicht.
  • Angaben zu Akku und Verschleiß: Der Händler sollte den Akkuzustand und, sofern verfügbar, die Zahl der Ladezyklen angeben. Auch ausgetauschte Verschleißteile sollte er nennen.
  • Ersatzteile und Reparaturqualität: Der Händler sollte erklären, was an Display, Boards und Akku ersetzt wurde, welche Qualität die Ersatzteile haben und wie gut das Gerät kalibriert wurde.
  • Software, Sicherheitsupdates und Onlinedienste: Der Händler sollte angeben, ob die von dir benötigte Software auf dem Gerät läuft, es noch Sicherheitsupdates erhält und die Onlinedienste nutzen kann, auf die es angewiesen ist. Er sollte dir auch das Datum nennen, an dem die Softwareupdates für das Modell enden.
  • Händler, Absicherung und Rückgabe: Es sollte klar sein, wer der Händler ist und wie Rückgaben ablaufen. Ebenso solltest du wissen, was die Absicherung abdeckt und was nicht.

Kauf ein Gerät, wenn der bekannte Fehler behoben und die wichtigen Funktionen nachweislich geprüft sind, du es noch lange genug nutzen kannst und die Gesamtkosten stimmen. Auch eine lange Checkliste hilft nur, wenn die Prüfungen zum Gerät passen und korrekt durchgeführt werden.

Je nach Gerät sind andere Prüfungen besonders wichtig.

  • Smartphones: Prüfe den Akku und die Herkunft der Ersatzteile. Kläre, ob das Smartphone noch mit einem fremden Benutzerkonto verknüpft ist und wie lange es Softwareunterstützung erhält. Bei einem faltbaren Modell kommen Display und Scharnierversion hinzu.
  • Tablets: Achte auf dieselben Punkte wie beim Smartphone. Kläre außerdem, ob das Display beschädigt, repariert oder ersetzt wurde.
  • Laptops: Führe eine Akkudiagnose und einen längeren Belastungstest durch. Prüfe anschließend, ob die von dir benötigte Software noch unterstützt wird.
  • Konsolen und Handhelds: Teste Funkverbindung, Kartenleser und Bedienelemente. Achte besonders auf den bekannten Fehler des Modells.
  • Kameras: Gleiche die Seriennummer mit Servicehinweisen ab. Prüfe danach den Objektivanschluss und die Bedienelemente und lass dir etwaige Reparaturen belegen.
  • Smartwatches: Teste die Funktionen, die du nutzt, prüfe den Akku und frage nach, ob der bekannte Fehler bei diesem Exemplar behoben wurde.

Äußere Gebrauchsspuren sind von der Funktion zu unterscheiden. Wenn du sie akzeptierst, kannst du Geld sparen und dazu beitragen, dass mehr Material weitergenutzt wird – vorausgesetzt, Prüfung, Sicherheit und Absicherung entsprechen denen eines Geräts ohne solche Spuren. Der Produktzustand beschreibt nur das Äußere.

Bei refurbed prüfen Fachleute jedes Gerät vor dem Verkauf. Du kannst nachlesen, wie die Qualitätsprüfung funktioniert und was dabei geprüft wird.

Wähle ein ausgereiftes Modell, bei dem bekannte Fehler behoben wurden. Achte beim einzelnen Gerät auf eine nachvollziehbare Herkunft, dokumentierte Tests, die zum Gerät passen, und eine Absicherung, die dir im Problemfall hilft. Rechne die Kosten für Akku und mögliche Reparaturen ein und nutze es lange genug, damit sich der bereits investierte Herstellungsaufwand lohnt.

Microsoft Surface Laptop 3 (refurbished)

Häufige Fragen zu frühen Hardwarefehlern

Sind refurbished Geräte zuverlässiger als neue?

Nicht grundsätzlich. Wurde ein früher Fehler bei einem Gerät behoben und das Gerät gezielt darauf geprüft, kann das Risiko für diesen Fehler geringer sein. Keine Studie zeigt jedoch, dass refurbished Geräte insgesamt zuverlässiger sind. Vorherige Nutzung verursacht außerdem Verschleiß. Prüfe deshalb, welche Tests am konkreten Gerät durchgeführt wurden.

Ist es besser, mit dem Kauf eines neu erschienenen Modells zu warten?

Oft ja. In den zwölf dokumentierten Fällen wurde der jeweilige Fehler etwa zwei Wochen bis vier Monate nach der Markteinführung öffentlich bekannt. Danach folgten Korrekturen. Ein ausgereiftes Modell, bei dem die Korrektur bereits umgesetzt wurde, ist die sicherere Wahl. Der Veröffentlichungsrhythmus zeigt, wann die einzelnen Marken ihre nächsten Modelle auf den Markt bringen.

Spart der Kauf eines refurbished Geräts CO₂?

Ja, wenn du damit einen Neukauf ersetzt und das Gerät jahrelang nutzt. Die französische Umweltagentur ADEME ermittelte für refurbished Smartphones pro Nutzungsjahr um 64 bis 87 % geringere Umweltwirkungen als für neue Smartphones. Kaufst du das Gerät als Reserve oder nutzt es nach der Wiederaufbereitung nur kurz, fällt die Einsparung geringer aus.

Was wurde geprüft, wenn ein refurbished Gerät als „getestet“ angeboten wird?

Geprüft wurde nur, was die jeweiligen Tests erfassen. Frag nach, welche Funktionen geprüft wurden und wie es um den Akku steht. Kläre außerdem, ob das Gerät auf den bekannten Modellfehler geprüft oder der Fehler behoben wurde. Durch bloßes Einschalten erkennst du keinen Fehler, der sich noch nicht bemerkbar macht. Vergleiche deshalb die Qualitätsprüfungen der einzelnen Angebote.

Geprüfte refurbished Smartphones bei refurbed finden

Ein ausgereiftes Modell ist die sicherere Wahl, wenn der bekannte Fehler am konkreten Gerät behoben wurde und du es prüfen kannst. Sieh dir geprüfte refurbished Smartphones an und wähle eines, das du behalten möchtest.

refurbed bringt Käufer mit Händlern zusammen, die funktionstüchtiger Elektronik ein zweites Leben geben. Diese Arbeit wurde mit dem TRIGOS 2022 für verantwortungsvolles Wirtschaften in der Kategorie Social Innovation & Future Challenges und mit dem ESG Innovation Award bei den Business & Finance ESG Awards 2023 ausgezeichnet.

Jedes Gerät wird von Fachleuten erneuert und hat mindestens 12 Monate Garantie. Du kannst das erhaltene Gerät 30 Tage lang ausprobieren und bei Rückgabe dein Geld zurückbekommen. So hast du Zeit, die Punkte zu prüfen, die dir wichtig sind.

TRIGOS 2022 – Auszeichnung für verantwortungsvolles Wirtschaften

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